Symptome des Wechsels

(Zuletzt bearbeitet im Juli 2021)

Kaum ein Mann kommt in die Sprechstunde und sagt: „Herr Doktor, ich bin im Wechsel!“. Diese Erkenntnis wäre verbunden mit dem Eingeständnis von körperlichen Derfiziten.

Wie auch immer, wenn ein Mann einmal in der Praxis sitzt ist schon ein gewaltiger Schritt getan. Die meisten kommen gar nicht so weit, sie versuchen ihre Probleme auf andere Art zu lösen, wie ein Mann halt seine Probleme löst. Mit Alkohol zum Beispiel, der lässt vergessen und ist auch eine plausible Begründung, warum „es“ ganz einfach nicht mehr geht.

Fest steht, dass der Wechsel den meisten Männern Probleme macht, unter denen sie auch leiden. Nicht nur sie selbst, sondern auch die Partnerinnen und zum Schluss auch die Beziehung.

Dies kann man auch daran erkennen, dass nicht selten die Frauen anrufen um für ihre Männer einen Termin in meiner Sprechstunde zu machen.

Die meisten Männer beginnen die Schilderung ihrer Beschwerden mit ganz banalen Dingen, mit Schlafstörungen zum Beispiel oder der mangelnden Motivation zum Sport. Erst nach und nach, meist erst bei Nachfragen kommen weitere Symptome ans Tageslicht, die Veränderung der Körperarchitektur trotz Bemühungen zum Abnehmen und schliesslich die sexuellen Probleme.

Der Wechsel ist die Folge des schleichenden Verlustes an Testosteron (PADAM). Die Beschwerden kommen successive, aber sie kommen bestimmt. US-amerikanischen Andrologen schätzen, dass 50% der 50-jährigen Männer einen behandlungsbedürftigen Testosteronmangel haben, Tendenz steigend.

Aber nicht nur übergewichtige und unsportliche Männer leiden unter Wechselbeschwerden, ganz im Gegenteil. In meiner Praxis habe ich eine große Zahl von Sportlern, deren erstes Symptom der Leistungsabfall im Sport ist. Erst auf Nachfragen sind sie bereit, auch andere Beschwerden zu zu geben.

Manch ein Mann ist nur einfach „depressiv“. Er hat seinen jungenhaften Übermut verloren und wälzt düstere Gedanken, hat Zukunftsängste und sieht Probleme, wo keine sind. Auch das können Wechselbeschwerden sein. Nicht selten nimmt er bereits ein stimmungsaufhellendes Medikament, ein Antidepressivum.

Meine Erfahrungen lehren, dass Wechselbeschwerden eines Mannes sehr häufig als Burn-Out-Syndrom fehldiagnostiziert werden. Leider ist die dann eingeschlagene Therapie dann nicht nur nicht hilfreich, sondern sogar kontraproduktiv.

Der Wechsel ist ein Hormonmangelsyndrom, er gehört mit Hormonen behandelt. Dafür zuständig ist der erfahrene Arzt.